Keine Urbanität ohne Dörflichkeit. Das Böhmische Dorf als Stadtlabor

Vom 30. Juni bis zum 22. September 2012 fand anlässlich des 275-jährigen Bestehens des Böhmischen Dorfes in Berlin-Neukölln die Ausstellung „Keine Urbanität ohne Dörflichkeit“ in der Galerie im Saalbau statt. Weiterlesen …

 

2012 stand ganz im Zeichen des 300. Geburtstags Friedrichs des Großen

Mit Gott und Preußenkönig – Erinnerung an 275 Jahre böhmische Zuwanderung.
Der Tagesspiegel, 26.3.2012

 

100 Jahre Umbenennung Rixdorfs in Neukölln

Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln. Mit der Ausstellung und einem historischen Schauspiel beging der Bezirk das 100. Jubiläum seines Namens am 25. Januar 2012 im Rathaus Neukölln. Weiterlesen …

 

Das Böhmische Dorf will Autofahrer vergraulen
In den kommenden Jahren soll das Viertel rund um die Neuköllner Richardstraße
schöner werden. Berliner Zeitung, 6.8.2010

 

Das Böhmische Dorf in Berlin Neukölln (Böhmisch-Rixdorf)

Nach der Schlacht am Weißen Berg von 1620 kam es in Böhmen zu einer Rekatholisierung, die dazu führte, dass in den folgenden Jahrzehnten immer mehr Protestanten das Land verließen. 1722 entstand auf dem Sitz von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf in Herrnhut (sorbisch: Ochranow) in der Oberlausitz die Gemeinde Ochranov, etwas später eine andere in der Nähe von Potsdam (Nova Ves, heute Potsdam-Babelsberg). Ab 1737 siedelten sich die Flüchtlinge (350 im Jahre 1737) auf Anregung und Einladung von Friedrich Wilhelm I. auch auf dem Gebiet von Rixdorf an, wo sich bereits seit 1360 die Gemeinde Richardsdorp befand, die in Deutsch-Rixdorf und Böhmisch-Rixdorf geteilt wurde. Beide Gemeinden erhielten ihre eigene Verwaltung. Im Jahre 1805 hatte Böhmisch-Rixdorf 319 und Deutsch-Rixdorf 376 Einwohner.

Am 28. April 1849 erfasste ein Feuersturm beide Dörfer, bei dem von den damals 135 Häusern Deutsch-Rixdorfs und den 56 Häusern Böhmisch-Rixdorfs insgesamt 52 Häuser niederbrannten. Der Wiederaufbau war 1853 abgeschlossen, dabei wurde allerdings die ursprüngliche Architektur nicht immer erhalten. Eine Ausnahme ist das Gebäude Richardstraße 80 (heute Sitz der Deutschen Comenius-Gesellschaft e.V.). In den Folgejahren setzte ein deutliches Bevölkerungswachstum ein; im Jahre 1858 hatte Böhmisch-Rixdorf bereits 1014 und Deutsch-Rixdorf 2823 Einwohner.

Im Jahre 1874 erfolgte die Wiedervereinigung Rixdorfs, 1899 erhielt Rixdorf das Stadtrecht, 1912 erfolgte die Umbenennung in Neukölln und acht Jahre später im Jahre 1920 wurde der Stadtkreis Neukölln zusammen mit den Nachbargemeinden Britz, Buckow und Rudow im Rahmen des Groß-Berlin-Gesetzes als 14. Verwaltungsbezirk (Neukölln) nach Groß-Berlin eingemeindet.

Das gesamte Ensemble der Gebäude des früheren Böhmisch-Rixdorf steht heute als Böhmisches Dorf unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Kulturdenkmal.

Artikel Böhmisch-Rixdorf. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. Oktober 2008, 20:21 UTC.
URL (Abgerufen: 27. Oktober 2008, 14:03 UTC)

Rundum-Ansichten aus Neukölln ...